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Der Kiko-Chef erzählt

Im Bundestag gibt es sechs Politiker, die sich speziell um die Anliegen von Kindern kümmern: die Kinderkommission – kurz: Kiko. Die Kiko-Mitglieder sind immer abwechselnd für ein paar Monate Chef. Jetzt ist Norbert Müller dran. Er hat uns im Interview erzählt, was er als Kiko-Chef so alles vorhat...

 

Warum ist es wichtig, dass es die Kiko im Bundestag gibt?

 

Es ist wichtig, dass die bei Entscheidungen immer auch an die Kinder denkt. Was bedeutet welche Änderung für sie? Kinder dürfen ja selbst nicht wählen und können auch noch nicht Politiker werden. Deshalb müssen wir beachten, was wichtig für Mädchen und Jungen ist. Die Kiko soll dafür sorgen, dass die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Bundestag einen festen Ort habe.

 

Was wollen Sie als neuer Kiko-Chef für Kinder tun?

 

Ich will mit der Kiko zusammen schauen, wie es Kindern in der Corona-Zeit ging und geht. Wie sie damit zurechtgekommen sind, dass Kitas, Schulen und Spielplätze geschlossen waren. Daraus wollen wir lernen: Was können wir besser machen, wenn so etwas noch mal passiert?  Und was wünschen sich die Kinder selbst? Denn deren Perspektive kam in den vergangenen Monaten definitiv zu kurz.

 

Auf welche Kiko-Erfolge sind Sie stolz?

 

Wir sagen etwas zu wichtigen Kinder-Themen und stoßen damit Diskussionen an. Zum Beispiel haben wir uns mit dieser Situation beschäftigt: Wenn Eltern sich trennen und entschieden wird, wo das Kind leben soll – wird dann genug auf das Kind gehört? Bei solchen Themen machen wir uns für die Rechte der Kinder stark.

 

Sie haben drei Kinder. Reden Sie mit ihnen oft über Politik?

 

Mein großer Sohn ist neun und interessiert sich für Politik. Zum Beispiel ärgert es ihn, wenn er etwas ungerecht findet. Er hat einen guten Freund mit dunkler Haut. Dieser Junge wird von anderen deswegen gehänselt. Das findet mein Sohn ungerecht. Dagegen möchte er etwas tun. 

 

Gerade ist mein Sohn zum Klassensprecher gewählt worden. Er weiß ganz gut, was meine Frau und ich politisch machen, und interessiert sich dafür, wie man andere überzeugt. Auch zuhause fängt er an, seine Rechte einzufordern. Und genau das wollen wir ja, dass Kinder ihre Rechte kennen, damit nicht nur Erwachsene über ihre Köpfe hinweg entscheiden.

(5.10.2020)

 

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Karlchen
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