Ein Hammelsprung ist eine besondere Art der Abstimmung im Bundestag. Dabei wird genau gezählt, wie viele Abgeordnete wie abstimmen. Ein Hammelsprung wird genutzt, wenn ein Ergebnis einer Abstimmung unklar ist. Zum Beispiel, wenn viele Abgeordnete die Hand heben und nicht klar erkennbar ist, wer wofür stimmt. Oder wenn mehrfach gezählt wird und jedes Mal ein anderes Ergebnis herauskommt. Auch bei Streit über das Ergebnis hilft dieses Verfahren. Manchmal wird so auch geprüft, ob genug Abgeordnete im Saal sind. Das wird „Beschlussfähigkeit“ genannt und es bedeutet: Es sind genug Abgeordnete da, um gültige Entscheidungen zu treffen.
So läuft es ab:
Alle Abgeordneten verlassen zuerst den Saal. Danach kommen sie wieder hinein – durch drei verschiedene Türen. Über den Türen steht: „Ja“, „Nein“ oder „Enthaltung“. Enthaltung heißt: jemand stimmt weder dafür noch dagegen. An jeder Tür stehen Personen und zählen genau mit. So ist am Ende klar, wie abgestimmt wurde.
Und warum heißt es „Hammelsprung“?
Ganz genau lässt sich das nicht mehr sagen. Aber im alten Reichstagsgebäude waren über den Türen Bilder, die Szenen aus einer griechischen Sage gezeigt haben – Szenen mit Hammeln, männlichen Schafen. Der Name ist also schon vor vielen Jahren entstanden und bezeichnet bis heute diese Art der Abstimmung.